Osteopraktik Bernhard Huber

Myofasciale Triggerpunkt-Selbstbehandlung – Ein fataler Trugschluss

Muskelschmerz-(Triggerpunkt-)Patienten greifen aus unterschiedlichen Gründen zu Selbstbehandlungsmethoden, die teilweise sogar in der Fachliteratur empfohlen werden. Meist führen über einen langen Zeitraum bestehende Beschwerden am Bewegungsapparat, die trotz unzähliger unterschiedlichster Therapien nicht in den Griff zu bekommen sind, zum Entschluß, den unerträglich gewordenen Schmerzen durch Selbstbehandlung zu Leibe zu rücken. Aber auch andere Faktoren, wie Angst, Skepsis oder Resignation spielen mitunter eine Rolle. Das ist verständlich.

Nun ist es aber gesichertes Wissen, daß Triggerpunkt-Selbstbehandlungen nicht nur völlig wirkungslos sind, sie sind auch gefährlich, weil sie aktive Triggerpunkte, die die Verursacher der Schmerzzustände sind, noch aggressiver und somit noch schmerzhafter machen. Das von manchen Therapeuten empfohlene Herumdrücken und Reiben mit den Fingern oder mit Stäbchen an den in ihrer Hartnäckigkeit unerbittlichen Triggerpunkten, führt nicht zur Beseitigung der Beschwerden, es verstärkt vielmehr die bestehenden Schmerzen. Das wiederum führt dazu, daß die Patienten unbewußt Schonhaltungen einzunehmen, wodurch immer noch mehr Muskelareale „infiziert“ werden. Die Folge davon ist: die Schmerzen breiten sich weiter aus. Doch je größer das Schmerzgebiet desto schwieriger sind Linderung bzw. Heilung zu erreichen.

Auch die von vermeintlichen Triggerpunkt-Experten in Büchern, Magazinen, und oft auch in den Medien vorgeschlagenen Selbstbehandlungs-Maßnahmen wie „Reiben“ der schmerzhaften Stellen mit einem „Tennisball“ oder „Triggerstab“, aber auch der Einsatz von „Triggerpunktmassagegeräten“, „Fascienrollen“ und „Noppenkissen“ sind strikt abzulehnen.

Ebenso ist die von manchen Patienten bevorzugte Verwendung obskurer Salben und Tinkturen wirkungslos. Die Inhaltsstoffe pharmazeutisch hergestellter Salben können zudem die Haut und Triggerpunkte noch mehr reizen und es kann dadurch zu einer weiteren Schmerzverstärkung kommen.

Fazit: Es ist also wichtig, nicht selbst herumzuprobieren sondern sofort einen Fachmann aufzusuchen – der kennt sich aus und kann helfen.

Triggerpunkt-Patienten gehören in die Hände eines speziell ausgebildeten Triggerpunkt-Therapeuten. Er hat das Know-how, stellt die richtige Diagnose, dokumentiert jeden einzelnen Fall und verfügt über das entsprechende High-Tech Instrumentarium, das für eine zielführende Behandlung der Triggerpunkt-befallenen Muskulatur unerläßlich ist.

Autor: © 2003-2020 Bernhard Huber.  Nachdruck – auch auszugsweise - ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Verfasser gestattet.