Osteopraktik Bernhard Huber

Iliosacralgelenk-Blockade

Iliosacralgelenk-Blockade (ISG-Syndrom)

Das ISG (Iliosacralgelenk = Kreuz-Darmbeingelenk) ist eine gelenkige Verbindung zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium). Das Iliosacralgelenk ist kein richtiges bewegliches Gelenk, sondern eine Verbindung, die durch starke Bänder gesichert wird. Durch diese straffe Verbindung von Bändern hat es nur eine minimale Beweglichkeit. Aktive Bewegungen können nicht durchgeführt werden.

Durch Fehlstellungen des Darm- oder Kreuzbeins, werden die betroffenen Bänder vermehrt belastet. Die Folge ist eine Spannungszunahme der Bänder, die zu einer Bewegungsstörung des ISG und somit zu einer Blockierung führen kann. Degenerative Veränderungen des ISG sind gerade bei älteren Menschen oft zu beobachten, führen aber meist nicht zu Schmerzen.

Das Iliosacralgelenk ist eines der therapieintensivsten, von Schmerzen befallenen Beckenareale. Eine Blockade des ISG kann in jedem Alter vorkommen und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.

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Eine ISG-Blockade kann durch verschiedene Ursachen entstehen:

  • Trauma/Verletzungen (eher selten)
  • Funktionelle Fehlhaltungen
  • Unphysiologische Zwanghaltungen
  • Lockere Bänder
  • Morbus Bechterew
  • Verhebetrauma
  • Als Begleitphänomen bei orthopädischen Erkrankungen

ISG-Symptome:

  • Schmerzausstrahlung in den Gesäßbereich und/oder
  • Schmerzausstrahlung in die Leiste und/oder Oberschenkelvorderseite und/oder
  • Schmerzen im Übergangsbereich von Kreuzbein und LWS
  • Knieschmerzen
  • Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln und Ameisenlaufen
  • Schmerzverstärkung nach längerem Sitzen
  • Verstärkung der Schmerzen bei typischen Bewegungen (z.B.Anheben des Beines, Beugen und Drehen des Rumpfes)

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Eine Blockierung des ISG durch reflektorische Muskelspannung führt zu Schmerzen und kann Beschwerden ähnlich wie bei einem Bandscheibenvorfall auslösen. Typisch ist ein tiefer Rückenschmerz, der in die Gesäßbacken und evtl. in die Hüfte und/oder in die Leiste und Oberschenkel ausstrahlt. Verstärkt werden die Beschwerden häufig durch typische Bewegungen, wie z.B. Anheben des Beines oder Drehen und Beugen des Rumpfes
(Ein- und Aussteigen ins/aus dem Auto).

Diagnostik: Tests im Stehen und Liegen

  • Vorlaufphänomen (standing-flexion-test)
  • Spine-Test
  • Patrick-Test
  • Beinverschiebe-Test
  • Micro-Diagnostik (unbedingt erforderlich!)

Differenzialdiagnose

  • Beckenverwringung
  • Piriformis-Syndrom
  • Hüftgelenksproblematik
  • Triggerpunkt-Aktivitäten (Gluteal-Muskulatur, Rückenstrecker, M.quadratus lumborum)
  • Lumbago/Lumbalgie
  • Bandscheibenvorfall

Therapie

  • Medikamentöse Schmerztherapie (NSAR) – nicht immer wirksam!
  • Sanfte-Manual-Therapie (SMT) – Deblockieren des ISG
  • Frequenz-spezifische-Therapie (Programme: Facetten akut/chronisch, Triggerpunkte lang, Schmerz akut/chronisch)
  • Micro-Therapie: Feuchttuch-Wickel ISG (sehr bewährt!)
  • Triggerpunkt-Manipulation / PG-SModul (Schmerzmodul – Triggerpunktur)
  • Biomineralienwärmestimulation in Kombination mit Micro-Therapie (sehr bewährt!)
  • Automobilisation

CAVE

  • Keine Infiltrationen des ISG und der dazu vergesellschafteten Triggerpunkte mit einem Lokalanästhetikum in Kombination mit Cortison!
  • Kein Dry needling! Irreparable Schädigungen und dauerhafte Schmerzen möglich! Im Extremfall Therapieresistenz!
  • Keine Medizinische Trainingstherapie bei akuten Schmerzen!

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Sanfte manuelle Therapie des ISG
Diese Form der Behandlung ist schmerzlos und sehr effektiv.

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Micro-Therapie bei ISG-Schmerz
Heilende und schmerzstillende Ströme durchfluten das Gelenk.

Programme: Facetten akut/chronisch oder Schmerz akut/chronisch

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Triggerpunktur der SIPS
Spezielle Behandlung der SIPS die in einer Kombination von mechanischem Druck und einer therapeutisch hochwirksamen Frequenz erfolgt.

Die Prognose beim ISG-Syndrom ist meist zunächst günstig und bei richtiger Behandlung sind spontane Besserungen keine Seltenheit.
Länger anhaltende Iliosacralgelenk-Beschwerden sind schwer zu behandeln und häufig – insbesondere bei jüngeren Patienten – sogar therapieresistent.
Nur speziell ausgebildete Schmerztherapeuten sind in der Lage, mit Hilfe eines High-tech-Instrumentariums auch in schwierigen Fällen zu helfen.

Autor: © 2003-2016 Bernhard Huber.  Nachdruck – auch auszugsweise - ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Verfasser gestattet.