Osteopraktik Bernhard Huber

Chronisches Muskelschmerzsyndrom (Myofasciale Schmerzen)

Ein chronisches Schmerzsyndrom bzw. eine chronische Schmerzkrankheit entsteht, wenn Schmerz seine eigentliche Funktion als Warn- und Leithinweis verliert und und einen selbstständigen Krankheitswert erhält. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird dabei verkürzt von chronischen Schmerzen gesprochen.

Das chronische myofasciale Schmerzsyndrom ist ein Krankheitsbild, das durch Schmerzen am Bewegungsapparat gekennzeichnet ist, welche aber nicht von Gelenken, Periost, Muskelerkrankungen oder anderen neurologischen Erkrankungen ausgehen. Unter Berücksichtigung der zeitlichen Dimension ist davon auszugehen , daß ein chronisches Schmerzsyndrom dann entsteht, wenn die Schmerzen länger als 3-6 Monate bestehen. In Folge können sich die Betroffenen auf Grund der ständigen Schmerzen beruflich und/oder privat überbelastet fühlen, sie können ängstlich, frustriert oder sogar depressiv werden.

Weitere Symptome können sein: Schlafstörungen, Infektanfälligkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Magen-Darm Erkrankungen und innere Unruhe.

Die Ursache für das Entstehen eines myofascialen Schmerzsyndroms ist ein überempfindlicher Herd in einem Muskel, der als Triggerpunkt bezeichnet wird.

Er entsteht durch Überlastung eines Muskels , die zu anhaltender Kontraktion einzelner Sarkomere führt. Dabei kommt es zu einer lokal begrenzten Dauerkontraktion. Diese Kontraktturknoten sind sehr oft tastbar. Die Ausschüttung von Botenstoffen führt zu Schmerzen, die sich durch spinale Reflexe auf auf benachtbarte Muskelbezirke ausdehnen können.

Ursachen für Muskelüberlastungen können Stress, kleinste Schäden durch ständig wiederkehrende Bewegungen, stereotype Fehlhaltungen, hormonelle Störungen, Fehlernährung, Immobilität, neurologische Probleme und Muskelschwäche sein.

Klinisches Bild und Diagnostik:

Charakteristisch ist ein lokaler schmerzempfindlicher Punkt, ein hartes gespanntes Muskelbündel (Muskelhartspann) und ein Ausstrahlen des Schmerzes in benachtbarte Muskelareale (Übertragungsphänomen) bei Druck auf den Triggerpunkt.

Bei Palpieren des Muskelschmerzauslösers kommt es zu einem reflektorischen Zucken der dortigen Muskelfasern (lokale Zuckungsreaktion). In der Folge besteht auch eine verminderte Beweglichkeit und Muskelschwäche in diesem Gebiet. Eine Dehnung der betroffenen Muskulatur ist schmerzbedingt nur eingeschränkt möglich.

Diagnostik:

  • Schmerzanamnese: (Schmerzfragebogen, Befragung)

  • Statik-Analyse

  • Neurologische Tests

  • Triggerpunktdiagnostik (Palpation, Akkustikwelle, Myoton, Elastographie)

  • Micro-Analyse

Therapie:

  • Wiederherstellung der Statik (Becken,- Beinlängenkorrektur falls nötig)

  • Triggerpunkttherapie (hauptsächlich Akkustikwelle)

  • Frequenz-spezifische Therapie

  • Micro-Alkalisierung (sehr bewährt!)

  • Biomineralienwärmestimulation (sehr bewährt!)

  • MTT (Medizinische Trainingstherapie – nur im freien Intervall)

  • Orale Einnahme von Schmerzmitteln

  • Orthomolekulare Medizin (Mikronährstofftherapie – unterstützend sehr hilfreich!

CAVE:  Keine Infiltrationen und Spritzenbehandlungen in die Schmerzpunkte!  Schmerzverstärkung und Therapieresistenz

                möglich!

                Keine Muskelentspannungsmittel! – Suchtgefahr! – Koordinationsverlust!

Chronische myofasciale Muskelschmerzen erfordern vom Patienten, aber auch vom Behandler große Geduld und sind nur durch eine exakte Diagnostik und eine umfassende Behandlung mit modernsten und höchst effizienten Methoden in den Griff zu bekommen.

Autor: © 2003-2016 Bernhard Huber.  Nachdruck – auch auszugsweise - ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Verfasser gestattet.