Osteopraktik Bernhard Huber

Dorn-Methode – Wundermethode?

Beschwerden am aktiven und passiven Bewegungs- und Stützapparat stehen im europäischen Raum an erster Stelle aller Krankheiten.
Immer mehr Menschen leiden unter Rücken- Muskel- und Gelenksschmerzen.
Die Nachfrage nach verschiedensten Behandlungsmethoden steigt stetig an.

Immer wieder wird von vielen Betroffenen die „Dorn-Methode“ in Erwägung gezogen und auch verlangt.

Dazu ist folgendes festzustellen:

Begründet wurde die „Dorn-Therapie von Dieter Dorn, der im Allgäu eine kleine Landwirtschaft und ein Sägewerk betreibt. Auf die Idee einer sanften „Wirbelkorrektur“ brachte ihn ein am eigenen Leib erlittener Hexenschuß, von dem ihn ein alter Bauer aus dem Nachbardorf verblüffend schnell erlöste. Dieses Erlebnis hinterließ bei Dorn einen derart nachhaltigen Eindruck, daß er sich entschloß, ein eigenes Therapieverfahren – die sogenannte „Dorn-Therapie“- zu entwickeln. Diese Methode ist recht einfach und bei korrekter Anwendung ungefährlich und sie kann an jedem Ort und zu jeder Zeit durchgeführt werden.

Es ist aber ein großer Irrtum anzunehmen, daß die Dorn-Methode in sämtlichen, den Bewegungs- und Stützapparat betreffenden Fällen, das richtige Mittel der Wahl ist.
Bei Problemen am Bewegungsapparat, Rückenschmerzen, Bandscheibenleiden, Muskel- und Gelenksschmerzen handelt es sich um äußerst komplexe Beschwerdeformen, die auf unterschiedlichste Ursachen zurückzuführen sind. Erst wenn diese abgeklärt sind ist es möglich ein Therapiekonzept auszuarbeiten, wobei die Dorn-Methode in einzelnen Fällen durchaus zusätzlich eingesetzt werden, in anderen jedoch gänzlich kontraindiziert sein kann.

Um ein Beschwerdebild am Bewegungsapparat wirklich erfassen zu können, bedarf es eines medizinisch fundiert ausgebildeten Therapeuten und eines von diesem festgelegten diagnostischen Verfahrens, das eine ganzheitliche Beurteilung des Patienten ermöglicht.

Die Diagnostik soll folgende Schritte umfassen:

  • Schmerzanamnese
  • Harte Daten“ ( Röntgen, CT, MRT – je nach Beschwerdebild, wenn nötig)
  • Triggerpunkt-Diagnostik (= Muskelschmerzauslöser-Dg.)
  • Micro-Analyse (Frequenz-spezifische Analyse)
  • Statikanalyse
  • Muskel- und Gelenksfunktionsüberprüfung

Erst nach Vorliegen eines Diagnostik- Ergebnisses kann der Behandler entscheiden, inwieweit allenfalls auch „Dorn“ in die Therapie integriert werden soll bzw. kann. Doch ohne die Dorn-Methode schmälern zu wollen, findet sie bei bestimmten Beschwerdebildern zwar durchaus positive Anwendung, ist aber seriöserweise nur als kleiner Baustein im Behandlungs-Mosaik zu betrachten. Hauptbestandteil der Schmerztherapie sind nach wie vor klassische medizinische Verfahren, die dem Therapeuten einen wesentlich größeren Behandlungs-Radius zur Verfügung stellen.

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sind unbestritten die fehlerfreie Erstellung von Diagnose und Therapie-Plan.

Autor: © 2003-2020 Bernhard Huber.  Nachdruck – auch auszugsweise - ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Verfasser gestattet.