Osteopraktik Bernhard Huber

Die Entstehung und Aktivierung von Triggern

 Aus der Triggerpunkt-Forschung

Trigger (Muskelschmerzauslöser) sind mitunter die Folge von Verletzungen, Operationen, Knochenbrüchen, Muskelentzündungen, medikamentöser- und Spritzenbehandlungen. Sie entstehen meist durch Fehl- und Überbelastungen im Sport oder auch aufgrund ungünstiger Körperhaltung bei der Arbeit. Da sich oft schon bei Neugeborenen Muskelfaserverdickungen feststellen lassen und häufig auch deren Eltern und Geschwister diese Probleme haben, vermuten Triggerpunkt-Forscher, daß dabei auch eine ererbte Veranlagung eine Rolle spielen dürfte; eine Theorie, die sich mittlerweile auf wissenschaftliche Untersuchungen berufen kann. Die Entstehung von Triggern kann aber auch organische Ursachen haben.

Aktiviert werden die Trigger vor allem durch plötzliche Überbeanspruchung von untrainierten Muskeln, oder durch über einen längeren Zeitraum berufsbedingte Zwangshaltungen.
Vor allem auch Stress kann Trigger aktivieren und somit körperliche Schmerzen auslösen. Sehr anfällig dafür sind arbeitsüberlastete oder mit seelischen Konflikten behaftete Menschen. Bei der Behandlung von Schmerzpatienten kann man immer wieder die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist feststellen: Werden die Trigger beruhigt und beseitigt, verbessert sich auch die psychische Verfassung, Stress-Situationen werden leichter bewältigt und seelische Probleme als weniger belastend empfunden.
Weiters können Triggeraktivitäten durch Statikprobleme, übertriebenes und/oder falsches Kraft- und Ausdauertraining, Chiropraktik, Massagen, Heil- und Krankengymnastik, Rückenschultraining, Virusinfektionen, Wetterwechsel und nicht zuletzt durch ungünstige Schlafbedingungen ausgelöst werden.

Die häufigste Ursache für Schmerzen am Bewegungs- und Stützapparat sind Triggerpunkte. Trigger sind dauerhaft verkürzte Muskelfaserverdickungen innerhalb eines Muskels.
Die Folgen dieser permanent kontrakten Muskelfasern können sein:

  • Zerrungen, Krämpfe, Anfälligkeit für Verletzungen, Schwäche
  • Sehnenscheiden- ansatz-, Schleimbeutelentzündungen
  • Bandscheibenvorfall, Wirbelblockaden, Wirbelfehlstellungen
  • Gelenksarthrose, reduzierte Beweglichkeit in den Gelenken
  • Statikprobleme (Beinlängenunterschiede, Beckenschiefstand, Beckenverwringung, Beckenrotation, ISG-Blockaden)

Muskel und Trigger

Tatsächlich können Trigger jahrelang bestehen, ohne dass die Betroffenen etwas von ihrer Existenz ahnen. Solche Trigger werden auch stumme oder latente Trigger genannt. Diese können durch bestimmte Reize (s.o.) aktiviert werden, wodurch es zu den typischen Schmerzsymptomen der Triggerkrankheit kommt.

Der kontrakte, verhärtete Bereich latenter Trigger im Muskel kann nur im Rahmen einer speziellen, eingehenden Untersuchung festgestellt werden.

Es lohnt sich daher, bei akuten oder chronischen Bewegungsschmerzen, aber auch als Präventions-Maßnahme gegen Überlastungsreaktionen zur Durchführung eines Triggerpunkt-Checks einen Osteopraktiker (= Schmerz- und Triggerpunkt Therapeuten) aufzusuchen.

Autor: © 2003-2020 Bernhard Huber.  Nachdruck – auch auszugsweise - ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Verfasser gestattet.